Dienstag, 30. August 2011

Berlin, Berlin!


So, es ist mal wieder ein f*cking Mittwochmorgen, an dem die Hälfte der Woche bereits hinter einem, das Wochenende jedoch noch in weiter Ferne liegt. Zudem noch der letzte Tag im Monat August, in dem ich endlich wieder ein Jahr älter (und hoffentlich erfahrener) geworden bin und noch dazu dem letzten Sommermonat, jetzt liegt erstmal wieder ein halbes Jahr grauer Winter vor uns. Heute ist aber hoffentlich ein besonderer Mittwoch, immerhin gastiere ich seit gestern in unserer schönen Hauptstadt und genieße gerade die Aussicht aus dem 10. Stock einer Platte in – nein, nicht Friedrichsstadt, sondern im schönen Ahrensfelde. Mit Musik vom japanischen Pianisten Yiruma und einer Schüssel Cornflakes lässt es sich doch ganz angenehm in den Tag starten, auch wenn es nach meinem Geschmack noch 10°C wärmer sein könnte.
Aber heute sind sowieso erstmal 13 Stunden Schulung für Nokia und für die Telekom angesagt, damit ich morgen auch eine kompetente und freundliche Hostess auf der Internationalen Funkausstellung abgebe, von daher muss ich wohl oder übel gestärkt in den Tag starten.
So meine Lieben, dann werd ich mich mal fertig machen, immerhin bin ich fast eine Stunde zum Hotel, wo die Schulung stattfindet, unterwegs. Wenigstens kann ich mich aufs Wochenende freuen, freitags steht Sound of Stereo im Icon und samstags Einmusik im Suicide Circus an. In diesem Sinne euch noch eine schöne Woche und schöne Grüße aus der Hauptstadt!

Montag, 4. Juli 2011

Wut

Tja, wer hätte gedacht, dass ich an einem verregneten Montagabend im Juli, noch dazu dem 235. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit, meinen ersten Blog verfassen würde?
So spielt wohl das Leben und nun sitze ich also hier auf meinem Hochbett und schreibe mir meinen Frust von der Seele. Normalerweise würde ich jetzt eine Runde joggen gehen, zur Aggressionsbewältigung, aber leider pisst es schon seit Tagen ununterbrochen und ein Ende ist nicht abzusehen: der kälteste Julianfang seit Ewigkeiten. Entschuldigt übrigens meine vulgäre Wortwahl, aber manchmal muss einfach alles raus.
Der Grund für meine Verbitterung? Ja, richtig geraten, es geht mal wieder um unsere geliebte Uni. Voller Erwartungen sind wir vor zwei Jahren aus den verschiedensten Ecken Deutschlands hierher gekommen und haben uns auf ein Studium voller neuer Erkenntnisse, Inspirationen und Ideen gefreut. Jedoch ist leider nicht alles Gold, was glänzt. Statt mit praktischen Erfahrungen und Erleuchtungen über das Wesen des Menschen haben wir unsere Gehirne nur mit grauer Theorie vollgepumpt, die wir Semester für Semester nach der finalen Prüfung mit viel Wodka Energy wieder auskotzten.
Um eine berühmte Gruppe des inzwischen fast schon wieder toten Portals studivz zu zitieren: Während sie zur Uni fahren, fühlen sich die meisten Studenten wie Frodo auf dem Weg nach Mordor. Auch mir sitzen ständig die Selbstzweifel im Nacken; ich frage mich, ob das nur mir so geht oder ein generelles Problem der Soziologen ist. Hier sitze ich nun; ausgebrannt, verbittert und zynisch, und das mit gerade mal 21. Aber kein Wunder; schließlich gehen wir alle auf die 30 zu, heißt das nicht es ist an der Zeit erwachsen zu werden? Ein Hoch auf das ach so durchdachte Bologna-System, das seine Studenten durch den Lehrplan hetzt und jegliche Kreativität im Keim erstickt! Und am Ende stehen wir da, mit einem „Junggesellen“-Abschluss in der Tasche und wissen nicht wohin damit. Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes; studiert heißt eben nicht gleich qualifiziert. Genau so gut hätte man sich die zwei Jahre Abi sparen und nach der zehnten Klasse eine dreijährige Ausbildung machen können, das wäre wenigstens gut für die Praxiserfahrung gewesen, aber lassen wir das.
Ich denke, ich spreche im Namen meiner Kommilitonen, wenn ich sage: noch ein weiteres Jahr Bachelorstudium, dann sind wir reif für die Klapse. Der Weg ist nicht weit, eine Etage über unserem hassgeliebten Institut für Soziologie befindet sich das der klinischen Psychiatrie. Immerhin befänden wir uns in guter Gesellschaft, schon unser Begründer Auguste Comte verbrachte das Ende seines Lebens in der Geschlossenen.
In diesem Sinne möchte ich noch alle kennen, die mich grüßen und sage: Gute Nacht!